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Geschichte

Die bewegte Geschichte der SPD in Blankenese

Samstag, 29. Dezember 1898:

44 Genossen treffen sich an der Elbchaussee, um den "Sozialdemokratischen Wahlverein Blankenese" zu gründen. Sein Einzugsgebiet umfasst nach dem Willen der Gründer neben Blankenese die weiteren damals eigenständigen Orte Dockenhuden, Sülldorf, Rissen, Osdorf und Wedel. Gründer und erste Mitglieder entstammen dem Handwerk. Am stärksten vertreten: Maurer, Zimmerer, Tischler, Schneider, Maler, Schlosser, Schuhmacher, Zigarrenmacher. Auch einen Müller gibt's unter ihnen.

Dem ersten Vorstand gehören an:

Vorsitzender: Hermann Deutsch, Maurer
Kassierer: Johannes Viereck, Zimmerer
Schriftführer: Fritz Busch, Maurer
Beisitzer: Carl Todtenhausen, Tischler

1933 bis 1945 wird auch die SPD in den Elbvororten in die Illegalität gezwungen. Max Brauer, bis Anfang März 1933 Altonas Oberbürgermeister (und später, 1946, Hamburgs erster "Erster" nach dem Krieg), muss vor der drohenden Verhaftung ins Ausland fliehen, zunächst nach China, später, nach der Ausbürgerung aus Deutschland, findet er zunächst in Frankreich und dann in den USA Zuflucht. Erst ein Jahr nach Kriegsende wird er zurückkehren. Paul Nevermann, damals Anwalt (nach dem Krieg erst Senator mit verschiedenen Ressortzuständigkeiten und später, 1961-65, ebenfalls Erster Bürgermeister Hamburgs) widmet sich zusammen mit dem späteren Staatsrat Birckholz in einer Anwaltskanzlei der Verteidigung politisch Verfolgter. Was die Machthaber jedoch bald durch Entzug seiner Zulassung als Verteidiger bei Hochverratsprozessen zu unterbinden wissen. Nachdem seine Kanzlei im Krieg ausgebombt wurde, muss er die Anwaltstätigkeit schließlich ganz aufgeben und als Zwangsverpflichteter auf der Stülckenwerft arbeiten. Helmut und Emmi Kalbitzer, Marta Damkowski und andere werden als Widerstandskämpfer vom Volksgerichtshof zu mehrjährigen Haftstrafen verurteilt.

Nach der Wiedergründung 1945 beteiligt sich der Blankeneser SPD-Ortsverein aktiv und prägend an der Arbeit des neuerrichteten Ortsausschusses. Mit Friedrich Schöningh, Walter Lübbersmeier, Karl-Heinz Krahn, Hans-Heinrich Plön und Ingrid Harpe ziehen im Gosslerhaus, bzw. später im Katharinenhof, für sechs Jahrzehnte sozialdemokratische Ortsamtsleiter ein, die das kommunale Gesicht Blankeneses prägen.

Heute sind wir als SPD-Distrikt Blankenese-Iserbrook-Nienstedten, neben acht weiteren Distrikten, Teil des SPD-Kreises Hamburg-Altona.